Allgemeines

Werkzeug 

Was wird man voraussichtlich an Werkzeug, Mobiliar und sonstigem brauchen, um eine Gitarre oder einen Bass zu montieren? Hier eine Liste: 

  1. Arbeitstisch mit weicher Unterlage (z.B. unsere Moosgummi-Arbeitsmatte)
  2. Plastikhammer oder Eisenhammer plus Unterlegklotz
  3. 2 Schraubzwingen (am besten diese Exzenterzwingen)
  4. Klebeband (dünnes Papierband)
  5. kleiner Vorstecher (Körner)
  6. Bohrmaschine (wenn es geht mit Bohrständer)
  7. 1 Satz Bohrer, 1mm bis 10mm in 0,5mm Abstufungen
  8. Vernünftiger Holzleim. Z.B. Franklin Titebond.
  9. Lötkolben und Lötzinn
  10. Schleifpapier
  11. Kombizange
  12. Schlitzschraubenzieher in 3 Größen
  13. Kreuzschlitzschraubenzieher in 3 Größen
  14. Bleistift
  15. Lineal
  16. Zollstock
  17. Flachfeile Sattelsägen oder Sattelfeilen


Was man nicht unbedingt braucht, sich aber vielleicht doch mal zulegen sollte, wenn man öfter an Gitarren oder Bässen werkelt: 

Multi-Meßgerät. Kostet praktisch nix mehr und ist immer nützlich. Damit kann man Widerstände von Pickups messen, bzw. auch ob Durchgang da ist oder gar nichts mehr rauskommt. Auch Masseverbindungen und sonstige Kontakte lassen sich bestens überprüfen. Wenn der Spannungsbereich einen hohen Eingangswiderstand hat (mind. 1 MOhm) kann man sogar die Polarität von Pickups bestimmen. 

Stimmgerät: Gut, wenn's schnell gehen soll, ansonsten tut's die Stimmgabel (ist auch besser für's Gehör). 

Wenn man Durchmesser und sonstiges genau messen will, sollte man sich eine Schieblehre (Meßschieber) zulegen. Man kann damit Millimeter und Zehntel-Millimeter ablesen. Das mit den Zehnteln sollte man sich im Werkzeuggeschäft erklären lassen. Da ist nämlich noch so eine zweite Skala mit 10 Strichen und es kommt dann darauf an, welcher der zehn Striche sich beim Messen mit einem von der Ableseskala deckt. Der erste Strich heißt 1 Zehntel, der zweite 2 Zehntel usw. Läßt sich geschrieben schlecht erklären, also am besten den Verkäufer bedrängen. Wenn man's einmal kapiert hat, ist es kinderleicht. 


Das Bohren 

1.) Grundsätzlich sollte man für jede Schraube das Loch vorbohren, also nie die Schraube einfach so in´s Holz würgen. Das gibt nur Ärger und Verdruss. 

2.) Unbedingt darauf achten, dass das Werkstück (Instrument) auf einer weichen Unterlage liegt (keine Kratzer). Auch beim Festzwingen bitte etwas Weiches zwischen Werkstück und Schraubzwinge legen. 

3.) Möglichst das Werkstück festsetzen (Schraubzwinge, Schraubstock oder Klemmvorrichtung). 

4.) Jede Holzschraube hat einen Außendurchmesser und einen Kerndurchmesser. Der Tischler sagt, man muss den Kerndurchmesser vorbohren. Bei Hartholz kann man ruhig etwas großzügiger sein. Hier eine Liste unserer gängigen Schrauben:


Schraube Außendurchmesser  Kerndurchmesser Empf. Bohrer 
Hals/Neck 4,2mm 3,1mm 3,5mm
Steg/Bridge 3,4mm 2,5mm 3,0mm
Vintage Tremolo 3,3mm  2,5mm 3,0mm
Bass Pickup 3,0mm 2,2mm 2,5mm
Pickguard "Fender" 2,9mm  2,2mm 2,5mm
Pickguard "Gibson" 2,2mm  1,6mm 1,9-2,0mm
Mechanik/Tuner 2,2mm  1,6mm 1,9-2,0mm


5.) Wenn man was bohrt, die Stelle vorkörnen, dann verläuft der Bohrer nicht. Dazu positioniert man das Teil, was später angeschraubt werden soll, in optimaler Lage und zeichnet die Löcher mit einem gut angespitzten Bleistift durch. Hierbei ergeben sich kleine Kreise, in deren Mittelpunkt man mit dem Körner sticht. Es gibt auch Löcher, die man nicht durchzeichnen kann, dann nimmt man halt zum Ankörnen eine spitze Schraube (die sollte wegen wenig Wackelei fast den gleichen Durchmesser haben, wie das Loch des zu befestigenden Teils). Auf manchen Holz- oder Lackoberflächen kann man schlecht mit dem Bleistift zeichnen. Dann empfiehlt es sich, einfach vorher auf die Stelle dünnes Tesa-Papierband zu kleben. 

6.) Beim Bohren von Schraubenlöchern ist es wichtig, immer gerade, ruhig und ohne seitliches Spiel zu bohren. Und ganz, ganz wichtig: gute Bohrer, d.h. kein Schund, wo schon mal einer mit inner Wand rumgemurkst hat. Ein Bohrer muss scharf und zentriert sein, d.h. wenn man ihn ins Holz senkt, darf er nicht schlackern, sondern muss sauber laufen und das Holz sauber herausschälen. Am besten sind natürlich neue Bohrer. 

7.) Bohrtiefe: Die erforderliche Bohrtiefe kann man sich vorher mit dem Zentimetermaß ausmessen und dann um den Bohrer einen Streifen Tesa-Band kleben. Das ist sinnvoll, denn wenn man erstmal irgendwo durch ist, dann ist das eine ziemlich eindeutige Angelegenheit. 

8.) Wenn man was verbohrt hat, um Gottes Willen nicht zu Streichhölzern oder ähnlichen Schweinereien greifen, sondern das verbohrte Loch größer aufbohren, einen Holzdübel einleimen und dann neu ankörnen und nochmal bohren. 

9.) Wenn man in lackierte Oberflächen gebohrt hat, sollte man vor dem Einschrauben das Loch etwas ansenken, d.h. die Kante brechen. Sonst kann nämlich beim Einschrauben der Lack splittern. Dazu nimmt der Profi einen sogenannten Senker, man kann aber auch einfach einen Bohrer, der größer als das Bohrloch ist, nehmen und ihn mit der Hand in der Oberkante des Loches drehen. Er schält dann praktisch die Kante weg. 

10.) Aufbohren von Mechanikenlöchern: Sollte man am besten gar nicht machen. Heutzutage gibt es eh eine Vielzahl von verschieden Mechaniken , irgendetwas Passendes findet sich da immer. Falls es doch mal vonnöten ist, macht man das am besten mit einem passenden, dreischneidigen Senker und einer Standbohrmaschine. Mehr dazu später unter "Mechaniken". 

11.) Manchmal fehlt einem ein bestimmtes Bohrwerkzeug oder sonstwas. Vielleicht hat´s der nahgelegene Tischler. Gegen einen kleinen Obulus für die Kaffeekasse o.ä. helfen die einem eigentlich immer weiter. 


Das Schrauben 

1.) Vermurkste Schraubenzieher vermurksen die Schraubenköpfe. Weg damit! 

2.) Schraubenzieher müssen 100%ig in die Schraubenköpfen passen (kein Spiel), sonst vernudelt man diese. Am besten hat man ein ausreichendes Sortiment von Schlitz- und Kreuzschlitzschraubenziehern parat (mindestens jeweils einen kleinen, einen mittleren und einen großen). 

3.) Darauf achten, dass das Instrument auf einer weichen Unterlage liegt (keine Kratzer). 

4.) Möglichst das Werkstück festsetzen (Schraubzwinge, Schraubstock oder Klemmvorrichtung). 

5.) Jede Schraube freut sich über ein Schmiermittel. Für Gewindeschrauben ist ein Tropfen Öl was Schönes, Holz- bzw. Blechschrauben reibt man vor dem ersten Eindrehen ins Holz an einem Kerzenstummel oder an einem Stück Seife. 

6.) Wenn es zu schwer geht oder gar zu quietschenden Geräuschen kommt, sofort aufhören, die Schraube wieder herausdrehen und Durchmesser und Tiefe der Vorbohrung prüfen! 

7.) Viele Teile werden mit mehreren Schrauben befestigt. Meist empfiehlt es sich, all diese Schrauben erst nicht ganz herein zu schrauben. So kann man das Teil gegebenenfalls noch minimal herumrücken. Danach alle Schrauben ganz anziehen. 

8.) Wenn man kleine Schräubchen anknallt wie ein Berserker, kann es passieren, dass sich der Kopf verabschiedet. Also immer den Rand des Kopfes beachten, wann er anliegt und Druck auf das zu befestigende Teil ausübt. 

9.) Andersherum können Schraubenköpfe, insbesondere Senkköpfe, wenn sie zu fest angezogen werden, auch Plastikteile zum Bersten bringen. Also auch hier mit ein wenig Gefühl zu Werke gehen. 

10.) Alle Schrauben müssen für ihren jeweiligen Zweck passen. Wenn das Auge warnt: Diese Schraube könnte zu lang sein und auf der gegenüberliegenden Seite wieder rauskommen, dann unbedingt kontrollieren und im Zweifelsfall die Schraube kürzen. Bei dünnen Schrauben geht das noch mit einem soliden Seitenschneider, ansonsten muß die Eisensäge herhalten. 

11.) Stegbolzen schraubt man am besten mit einer Münze ein.